United States of Tara
Immerhin von Steven Spielberg produzierte Serie, deren erste Staffel gerade bei Showtime zu Ende ging. Die wiederum ja bereits mit Weeds, Dexter und Californication ein paar interessante Serien hatten, die son bisserl ab vom SitCom-Standard der aktuellen Fernsehlandschaft waren…
Die Story dreht sich um Tara Gregson, Ehefrau, zweifache Mutter und schizophren. Seit einem unbekannten Schlüsselerlebnis (an das sie sich nicht erinnern kann) übernimmt, wann immer sie in Stress gerät, eine ihrer 4 (später 5) multiplen Persönlichkeiten. Obwohl das ganze unweigerlich auch eine tragikomische Seite hat, geht es in der ersten Staffel überwiegend darum, wie sie und ihr Mann Max versuchen der Ursache für diese Persönlichkeits-Störung auf den Grund zu gehen. Parallel versucht ihr schwuler Sohn (ein 14-jähriges Wunderkind) beim Pastoren-Sohn zu landen, ihre Tochter (eine frühreife 15-jährige) wieder aus der Beziehung mit ihrem Fast-Food-Ketten-Manager zu flüchten und ihre Schwester die große Liebe zu finden.
Möglicherweise hatt’s mir auch nur der animated-Paper-Vorspann angetan, denn irgendwie hätte man aus der Thematik dann doch mehr rausholen können. Aber gleichzeitig hat die Serie auch so eine melancholisch-schöne Atmospäre die irgendwie anders ist.
Die schafft es aber auch nicht das Staffelfinale zu überspielen, das einen genauso da stehen lässt wie am Anfang und jede erahnte Entwicklung wieder zunichte macht. Und das, nach den ewigen Krimi-Spielchen die den besten Part der Serie ausgemacht haben, aber da die Folgen nur 20min lang und in sich geschlossen sind, immer viel zu kurz und zerhackstückt wirkten.
The Guild
Eine ober-nerdige Indie-WebSerie erzählt aus der Perspektive von Codex (Felicia Day: Firefly, Buffy, Dr. Horrible, Dollhouse), Heilerin der "Knights of Good", einer Gilde in einem Namenlosen MMORPG. Wie fast alle 6 Gildenmitglieder ist sie süchtig nach dem Spiel und ihre einzigen sozialen Kontakte sind die Miglieder ihrer Gilde. Die im realen Leben völlig unterschiedlichen Charaktere, sind sich persönlich aber noch nie begegnet, kommuniezieren nur online, per HeadSet, bis Zaboo/Sujan, Warlock der Gilde, unangekündigt vor Codex/Cyds Tür steht. Er ist überzeugt davon, dass beide ein Paar seien, hätten sie doch per Chat schon immer miteinander geflirtet, und will nun bei Codex einziehen.
Das führt dazu, dass Codex zum ersten Mal ein Gildentreffen im RealLife organisiert um Zaboo von dieser Idee abzubringen…
Was die Serie sympathisch macht (abgesehen von der Tatsache, dass die Gildenmitglieder, wenn auch sozial inkompetent, nicht allesamt im-Keller-ihrer-Eltern-lebende Freaks sind) ist die spürbare Authentizität und die (weibliche) Erzählperspektive. Beides begründet durch Day, die die Serie erfunden hat, schreibt und produziert und die selbst bekennender Nerd und begeisterte Spielerin ist.
Anfangs völlig ohne Budget privat produziert, war Day nach den ersten 3 Folgen pleite und die weitere Staffel wurde überwiegend durch die Spenden von Fans finaniert. Inzwischen haben sie durch Fan-Spenden und Sponsoren schon ne kleine Low-Budget Produktion in der 3ten Staffel. Und während die ersten Folgen teils keine 2 Minuten dauerten und man das niedrige Budget deutlich erkennen konnte, haben die weiteren Staffeln 5-10min pro Folge und sind auch sonst solide gemacht. Interessant auch das erst "The Guild" Whedon zu "Dr. Horrible Sing-Along-Blog" inspirierte.
Was der Serie eigentlich am meisten fehlt is nen anständiger Vorspann und nen Grafik-Design.
Legend Of Neil
Nachdem ich "The Guild" gesehehn hatte, wurde meine Aufmerksamkeit unwillkürlich zu "The Legend Of Neil" gelenkt, eine von Felicia Days Kollegen Sandeep Parikh (Zaboo) produzierte WebSerie (in der auch Day hin und wieder auftaucht).
"Legend Of Neil" ist ähnlich nerdig aber sehr viel mehr in Richtung B-Movie als SitCom im Vergleich zu The Guild. Handelt von nem Typen der sich, nachdem er im Liebeskummer, betrunken, beim "Legend of Zelda"-spielen mit dem Kontroler-Kabel erwürgt in einer Zelda-Welt landet, in der Rolle von Link.
Auch "LoN ist für eine Low-Budget-WebSerie gut gemacht, sieht man jedoch einer Fantasie-Serie ihre Budget dann noch stärker an, aber gerade dieser B-Movie-Style kombiniert mit den die ganzen Zelda-Anspielungen macht LoN echt sympathisch.
Interessant wäre zu sehen was die Story hergäbe wenn der Fäkal-Humor keine ganz so dominante Rolle spielen würde und nicht jeder Gag irgendwie auf Geschlechtsverkehr hinauslaufen würde…